Deutscher Punkrock – Die Anfänge

Wenn man über Rock und Metal in Deutschland spricht, sollte man die vielleicht einflussreichste Form der Rock-Musik in Deutschland keinesfall verschweigen, den Punk. Im folgenden Blogeintrag erzählen wir euch von den Anfängen der Punkmusik, bevor die Ärzte und die Hosen kamen.

Am Anfang steht die Konfusion

Die Geschichte des deutschen Punks beginnt, wie die Geschichte des Punks im Allgemeinen, in den späten 1970er-Jahren. Dabei ist die Band Strassenjungs als eine der ersten deutschen Punk-Bands zu sehen. Ähnlich wie bei den Sex Pistols in England handelte es sich bei der Frankfurter Band um eine von der Plattenindustrie zusammengestellte Band. Es handelte sich um die Köpfe der aufgelösten Band Tiger B. Smith, die Songs des Produzenten-Gespanns Axel Klopprogge und Eckehard Ziedrich spielten. Doch trotz starker Label-Unterstützung konnte die Band keinen nachhaltigen Erfolg erzielen. Das gilt für die meisten deutschen Punk-Bands der Zeit, die damals mehrheitlich deutlich in der Tradition von The Clash oder den Sex Pistols standen und mehrheitlich auf Englisch sangen. Neben den heute unbekannten Bands stand aber damals schon einer der größten deutschen Punk-Stars: Nina Hagen. Mit der Nina Hagen Band, die sich schon bald auflösen sollte, erzielte sie erste Erfolge. Sie sorgte aber auch für einen der erste Skandale des deutschen Punks, als sie im österreichischen Fernsehen anschaulich über verschiedene Masturbationstechniken philosophierte.

Analog zu Nina Hagen entwickelten sich immer mehr deutschsprachige Punkbands, wie die Vorläufer der Toten Hosen (ZK) oder der Band die Ärzte (Soilent Green) in Düsseldorf und Berlin. Dieser Aufstieg des Punks fiel zusammen mit einer generellen Politisierung der Bundesrepublik und dem Aufkommen der Hausbesetzer-Szene in den meisten deutschen Großstädten, wobei hier sicherlich die Rolle Berlins nochmal speziell zu würdigen ist.

In diesem Klima gründeten sich immer mehr kleine Punk-Labels, über die die Bands ihre Platten an die Leute bringen wollten, ohne Teil der verhassten Plattenindustrie zu werden. So war die deutsche Punklandschaft Ende der 1970er-Jahre ein Flickenteppich aus Bands und Labels, die meist nur ihrer Heimatstadt bekannt waren.